Nachdem wir uns im letzten Bericht angeschaut haben, worauf man vor dem Kauf eines Aufsteckblitzes achten sollte, wollen wir nun genauer auf die Vielzahl an Auslösemöglichkeiten eingehen. Fotografen, die sich schon genauer mit den manuellen Funktionen der eigenen DSLR Kamera vertraut gemacht haben, werden sicherlich schon mit der Verschlusszeit experimentiert haben. Diese lässt sich bei den meisten Kameras zwischen 30 Sekunden bis 1/8000s regulieren. Was bedeutet, dass unser Blitz schon sehr präzise auslösen muss, um den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Generell ist mit den meisten Kameras übrigens nur möglich die Verschlusszeit bis 1/250s mit dem Blitzgerät zu synchronisieren. Falls man dies umgehen möchte, braucht man entweder ein HSS-fähiges (High Speed Synchronisation) Blitzgerät oder einen entsprechenden Funkauslöser.

Im Großen und Ganzen gibt es fünf verschiedene Möglichkeiten ein Speedlight auszulösen:

 Im Blitzschuh der Kamera

Die einfachste und offensichtlichste Methode ist die Auslösung im Blitzschuh der eigenen Kamera. Der Blitzschuh dient hierbei als Schnittstelle für die Übertragung der benötigten Informationen wie zum Beispiel die benötigte Leistung, die der Blitz abgeben müsste (falls es sich um ein Blitzgerät mit TTL-Steuerung handelt), um das Motiv korrekt zu belichten.

Diese Art der Auslösung erfreut sich vor allem bei Event- und Pressefotografen großer Beliebtheit, da man auf diese Weise sehr effizient arbeiten kann. Der Nachteil ist, dass sich diese direkte Art der Beleuchtung nicht für Porträt- oder Produktfotografien eignet. Das Licht, was direkt von der Kameraachse ausgeht, ist in diesem Fall sehr hart, gerichtet und wenig schmeichelhaft.

Es gibt selbstverständlich Mittel und Wege das Licht etwas gefälliger zu formen. Wie zum Beispiel mit einem kleinen Diffusor. Allerdings ist dieses Thema eines eigenen Blogbeitrags würdig. Daher sind die anderen vier Möglichkeiten der Blitzauslösung sehr entscheidend, um das Licht weg von der Kamera bewegen zu können und kreative Beleuchtungsszenarien zu erzielen.

 Aufklapp-Blitz

Aufklapp Blitz

Der Pop-up Blitz eignet sich nur sehr eingeschränkt als Blitzlicht. Als Auslöser trumpft der kleine Blitz allerdings als günstige Alternative auf, da er ja schon im Kaufpreis der Kamera enthalten ist. Falls man also einen TTL Blitz fernauslösen möchte, gibt es kaum eine günstigere Möglichkeit. Der Nachteil ist, dass dies nur bei direkter Sichtlinie funktioniert. Gibt es also Hindernisse wir Türen oder Wände, die das optische Signal unterbrechen, wird der Blitz zwangsläufig nicht ausgelöst.

TTL Kabel

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Eine weitere Methode wäre es ein Synchronkabel zu verwenden. Diese funktionieren in der Regel zuverlässig bis 10m Länge. Für manuelle Geräte gibt die sogenannten PC-Sync Kabel. Für die meisten modernen TTL Blitze bietet sich ein TTL Synchonkabel an, welches den Blitzschuh der Kamera mit dem Blitzfuß des Speedlights verbindet. Wie man sich leicht vorstellen kann, birgt diese Verbindungsmöglichkeit einige große Nachteile. Zum einen ist die Reichweite durch die Länge des Kabels stark eingeschränkt, zum anderen ist es sehr leicht das Blitzgerät umzukippen, wenn man aus Versehen über das Kabel stolpert.

Funk- und Infrarot-Auslöser

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Zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Funk- und Infrarot-Auslöser. Beide werden im Blitzschuh der Kamera befestigt, aber nur die letzteren benötigen direkten Sichtkontakt zum Blitzgerät. Ein weiterer Unterschied ist, dass man bei dem Infrarot Auslöser keinen Empfänger benötigt, da dieser bereits in das Blitzgerät integriert ist. Die Verwendung eines Funkauslösers ist vermutlich die effektivste und vielseitigste Methode, um ein Speedlight auszulösen. Durch die verwendete Funktechnologie kann man auch sehr lange Strecken überbrücken. Für Canon und Nikon gibt es sogar TTL-fähige Funkauslöser von Yongnuo und sogar einen für Sony von Pixel.

Fazit

Wie man schnell feststellt, haben die oben genannten Lösungen alle Vor- und Nachteile. Empfehlenswert ist es also zunächst eine der günstigen Varianten zum Experimentieren zu wählen, bevor man in einen Funkauslöser investiert, der schnell über 100€ kostet und damit oft sogar teurer ist als manches Einsteiger Blitzgerät. Für die ersten Gehversuche mit dem entfesselten Blitzen eignet sich wohl der Aufsteckblitz am besten. Man sollte nicht vergessen, dass auch kompakte Point & Shoot Kameras häufig über einen kleinen Blitz verfügen, mit welchem sich externe Speedlights zumindest manuell auslösen lassen. Damit sollte so gut wie jedem der Einstieg in die kreative Beleuchtung gelingen.