Der erste Schritt hin zur professionellen Fotografie ist die professionelle Beleuchtung. Gerade Einsteiger mit kleinerem Budget setzen dabei auf Speedlites bzw. Aufsteckblitze. Im Folgenden wollen wir uns die wichtigsten Faktoren, die die Kaufentscheidung beeinflussen, einmal im Detail anschauen.

 

Kamera Kompatibilität

Leider sind nicht alle Blitzgeräte mit allen Kameras kompatibel. Dies ist vor allem bei automatischen TTL-Blitzgeräten der Fall, da diese zur Einstellungsübertragung auf Kamerahersteller-spezifische Protokolle angewiesen sind. Zum Beispiel ist ein Nikon Blitzgerät nicht unbedingt mit einer Canon Kamera kompatibel und umgekehrt. In den meisten Fällen lässt sich der Blitz zwar montieren, aber nur im manuellen Modus auslösen. Wichtige Zusatzfunktionen wie TTL, High-Speed-Sync oder proprietäre drahtlose Auslösung, werden nicht funktionieren.

 

Blitzgeräte von Drittherstellern

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Die gute Nachricht ist, dass man nicht unbedingt auf die teuren Original Blitzgeräte der Hersteller angewiesen ist. Dritthersteller wie Metz, Nissin, Yongnuo und auch Jinbei bieten mittlerweile sehr interessante Alternativen, die dem Original teilweise in nichts nachstehen. Das Schöne ist, dass diese Drittanbieter-Blitzgeräte für unterschiedliche Kameramarken erhältlich sind.  Allerdings muss man auch beim Kauf beachten, das korrekte Modell zu bestellen. Was die wichtigen Funktionen wie TTL und HSS angeht, so gibt es für die zwei großen Marken Canon und Nikon vielfältige Auswahl. Bei Panasonic, Olympus und Sony wird es da schon deutlich schwerer und teurer.

 

Der Blitzauslöser
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Grundsätzlich gibt es fünf verschiedene Möglichkeiten einen Aufsteckblitz auszulösen. Falls man den Blitz nicht im Blitzschuh der Kamera verwenden möchte, sollte man auf jeden Fall in einen Funkauslöser und einen Empfänger investieren. Für On-Location Einsätze sowie Aufnahmen im Freien ist der YN-560III ein ganz heißer Tipp, da dieser über einen integrierten Empfänger verfügt, welcher sich per RF-602 bzw. 603 ansteuern lässt. Für TTL-fähige Blitz gibt auch entsprechende Funksysteme von Pixel (Pixel King) und Yongnuo (622 C und N).

Wie Leistungsfähig muss das Blitzgerät tatsächlich sein?


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Dies ist eine Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Bei Aufnahmen mit starkem Sonnenlicht oder bei großer Entfernung zum Motiv wird ein einzelner Aufsteckblitz vermutlich zu schwach sein. Hierbei bieten sich zwei Möglichkeiten. Entweder investiert man in einen portablen Studioblitz, oder man kombiniert zwei bis drei Speedlites auf einer Blitzhalterung. Der Nachteil bei der ersten Option ist natürlich das Gewicht und der notwendige Akku. Man setzt im Normalfall gerade auf Speedlites, um möglichst mobil zu sein. Zusätzlich wird man höchstwahrscheinlich deutlich mehr ausgeben, als für drei einzelne Speedlites mit Empfängern. Es ist also sehr wichtig, dass man sich vor dem Kauf ausgiebig Gedanken darüber macht wie man das Blitzlicht verwenden möchte. Ansonsten kauft man sehr schnell doppelt.

Stative und Halterungen

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Bei der Berechnung des eigenen Budgets, sollte man sich natürlich auch Gedanken über Notwendigkeit eines Lampenstativs bzw. einer Halterung und Lichtformern machen. Die meisten Blitzgeräte werden von vornherein schon mit einem kleinen Standfuß geliefert, welches i.d.R auch über ein Stativgewinde verfügt. So kann man den Blitz auf einem Tisch oder am Boden sicher aufstellen. Falls man etwas mehr Flexibilität benötigt, sollte man allerdings schon in Stativ mitsamt Blitz- und Schirmneiger investieren. Ohne Luftfederung bekommt man das Stativ schon sehr günstig. Um Studiobeleuchtung auch On-Location hinzubekommen, wäre es natürlich optimal in ET-1 bzw. ET-3 Halterung zu investieren. Damit kann man nahezu alle Lichtformer wie Beauty Dishes und Softboxen an einem Speedlite adaptieren. Für den Einstieg gibt es natürlich auch deutlich kompaktere Lösung, die per Klettverschluss befestigt werden.

Fazit

Auch mit kleinen Blitzen kann man in den richtigen Händen sehr viel erreichen. Für die meisten Anwendungen empfiehlt es sich schon in einen TTL Blitz zu investieren, auch wenn man meint, diese Funktion nicht wirklich zu brauchen. Im Eifer des Gefechts ist man damit stets auf alle Eventualitäten vorbereitet und verpasst keine Aufnahme nur, weil man an den Einstellungen rumschrauben muss. Dank diverser Lichtfomer erzielt man so überall professionelles Licht, ohne unglaublich viel Gepäck dabei zu haben.