Hallo Martin!
Schön, dass Du Dich bereit erklärt hast, uns ein paar Fragen zu beantworten.

Martin: Hi! Ja gerne doch!

Magst Du uns kurz einen groben Überblick zu Dir geben? Viele kennen und bewundern Deine Bilder, aber wer ist die Person dahinter? Was machst Du so im Alltag? Fotografierst Du beruflich oder ist das für Dich „nur“ ein Ausgleich zum Job?

Martin: Ich bin der Martin aus der Nähe von Aschaffenburg. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann, aber fotografiert habe ich schon immer. Genauer gesagt, ungefähr seit Anfang/Mitte der 90er. Ich habe bis 2012 im Einzelhandel gearbeitet und bin dann durch mein Hobby der Fotografie an einen Job gekommen der damit zu tun hat. Ich arbeite nun als Werbe-/Produktfotograf mit ein wenig Webdesign dabei. Einen Ausgleich zum Job brauche ich also nicht, da er mir sehr viel Spaß macht und ich gerne zur Arbeit gehe ! 😉

Früher war es eher ein Ausgleich, als ich noch im Einzelhandel tätig war. Ich mache die Peoplefotografie, die man von mir kennt, also weiterhin nebenbei.

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Wie hat es Dich in die Fotografie getrieben?

Martin: Ja, wie gesagt, ich fotografiere seit ungefähr 1993. Ich habe damals von meiner Mutter einfach mal ihre Kodak Instamatic Kamera genommen und damit angefangen wild rumzuknipsen. Ich habe heute noch alle Bilder und auch die Kamera habe ich noch (auch wenn es dafür leider keine Filme mehr gibt!).

Irgendwann kamen dann noch diverse Kompaktkameras dazu, die ich auch noch besitze. Das hat mir schon immer viel Spaß gemacht und so kam das eine zum anderen. Im Jahr 2001 habe ich meine erste Digitalkamera gekauft, mit einer grauenhaften Bildqualität. Ich habe dann aber bis 2003 trotzdem weiter analog fotografiert. Als ich dann das erste Mal eine Digitalkamera mit ordentlicher Bildqualität hatte, habe ich die analoge Fotografie erstmal auf Eis gelegt. 2005 kam meine erste DSLR, eine Nikon D50. Zu dieser Zeit habe ich auch schon Shootings gemacht.

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Ich habe dann eine Weile mit Nikon fotografiert, dann mal mit Pentax und dann einige Jahre mit Canon. Genau ab dem Zeitpunkt, als ich die Fotografie beruflich gemacht habe, bin ich auf Sony umgestiegen. Das war 2012.

Auf was legst Du bei Shootings besonders viel wert? Stichwort: Umfeld, Sympathie zum Model, Vorbereitung, Ausrüstung

Martin: Beim Shooting an sich, gibt es bei mir weder große Vorbereitung, noch Planung. Alle meine Shootings laufen so ab, dass ich mich mit dem Model an einer Location treffe und dann wird geshootet.

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Ich sehe dann vor Ort immer spontan, wo und wie ich das Model hinstelle. Das klappt wunderbar. Vorher ist die Sympathie auf jeden Fall sehr wichtig. Man merkt schon beim Schreiben, ob es passt oder nicht.

Die Models sollten zuverlässig sein und eine gewisse Wertschätzung an den Tag legen, was so ein tfp-Shooting angeht. Viele vergessen leider was alles dahinter steckt und nehmen sowas auf die leichte Schulter, dass man das so nebenbei macht.

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Wie schaffst Du es, dass sich so viele tolle Modelle vor Deine Kamera verirren? 😉
Kannst Du gerade den Einsteigern in die Peoplefotografie Tipps geben, wie man am besten auf Models zu geht und sie für sich gewinnen kann?

Martin: Glaubt mir, das war nicht immer so! Ich habe am Anfang auch einfach nur Bekannte und Freunde fotografiert. Meine ersten Shootings waren einfach nur „Nachbarschaftsmädels“ und mit denen habe ich quasi geübt und gelernt. Wenn man mit der Zeit besser wird, kommen die Models schon von ganz alleine auf einen zu. So kann ich das auch empfehlen…langsam rantasten. Erst mal mit Freunden und Bekannten üben und dann später über Facebook & Co. Hobby-Models anschreiben. Irgendwann kann man sich dann auch mal an Agenturen wenden oder die Models melden sich sogar von alleine. Die meisten melden sich heute bei mir über meine Facebook-Seite und fragen nach einem Shooting. Der Rest geht über Agenturen und Models die ich bereits kenne und mit denen ich gerne immer wieder arbeite.

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Auch – und das wissen wir natürlich – wenn nicht alles auf die Technik ankommt, magst Du uns erzählen, mit was und warum Du genau damit fotografierst? Hast Du Lieblings-Kameras/-Objektive/-Zubehör?

Martin:

  • Sony Alpha 7R
  • Sony Alpha 6000
  • Sony Carl Zeiss FE 55mm f/1.8
  • Mitakon Speedmaster 50mm f/0.95
  • Walimex Pro 85mm f/1.4
  • Sony 16-50mm
  • Fujian CCTV Lens 35mm f/1.7

Mein Lieblingsobjektiv ist das Mitakon Speedmaster 50mm f/0.95 wegen des einzigartigen Looks.

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Viele Deiner Bilder entstehen ja mit dem vorhandenen Licht. Was hälst Du grundsätzlich vom Einsatz von Studioblitzen, Portys oder sogar Dauerlicht?

Martin: Outdoor halte ich nichts von Blitzen oder sonstigen künstlichen Lichtquellen. Mir gefällt der Look dann nicht; das passt nicht so. Ich mag nicht mal Reflektoren. Ich fotografiere nur mit dem vorhandenen Licht und stelle das Model halt so hin, dass es immer ein gutes Licht abbekommt! Im Studio fotografiere ich viel mit Dauerlicht. Habe ja schließlich die Jinbei EF-200 von Euch! 😉

Wie viel Zeit investierst Du in die Nachbearbeitung Deiner Bilder, also Retusche, Farblook etc.?

Martin: Ungefähr 20-30 Minuten pro Bild.

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Wo und wie findest Du Deine Motivation in der Fotografie? Ziehst Du einfach Dein Ding durch oder schaust Du auch anderen Künstlern über die Schulter?

Martin: Ich ziehe mein Ding durch und lasse mich auch ein wenig im Internet inspirieren. Ich verfolge sehr viele Fotografen-. Künstler- und Modelseiten bei Facebook, Instagram und verschiedenen Blogs und Fotoseiten wie Flickr und 500px. Dort gibt es jede Menge Inspiration. Ich verfolge aber keine bestimmten Künstler.

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Fotografierst Du noch etwas anderes außer Menschen?

Martin: Ja, da ich beruflich Werbe- und Produktfotografie betreibe, kommt schon so einiges vor meine Linse! 😉

Was wünschst Du Dir aus fotografischer Sicht noch für 2016?

Martin: Bin zufrieden, wie es ist! Neue tolle Shootings mit netten Menschen :)!

Danke Martin, für Deine Zeit!