Mein Name ist Jens Schamberger und ich komme aus dem kleinen Ort Lorch bei Stuttgart. Sport hat mich mein ganzes Leben begleitet, habe viele Sportarten selbst betrieben, von Fußball übers Schwimmen bis hin zum Triathlon. Beim Handball bin ich allerdings hängengeblieben. Mehr von mir gibt es unter www.jensschamberger.de!

Beruflich stark eingebunden und weltweit unterwegs musste ich den Sport aus zeitlichen Gründen an den Nagel hängen, was mich dann aber letztlich zur Fotografie brachte. Angefangen hat das vor 3 Jahren mit einer Nikon D5100 und einem 18-55mm Objektiv. Jedes Foto, welches ich machte, war natürlich das beste! 😉
Als ich dann mein erstes Handballspiel in einer „stockdunklen“ Halle mit einem 70-300mm Objektiv fotografierte, war es um mich geschehen: Ich habe Bücher gewälzt und mir neue Ausrüstung zugelegt. Ich habe versucht soviel Sport wie möglich zu fotografieren, bis mich Agenturen anschrieben und ich schlussendlich in der Ersten Handball Bundesliga fotografieren konnte.

Der Einsatz von portablen Blitzen

Doch das hat mir noch nicht gereicht; ich wollte mehr. Ich wollte etwas machen, was nicht jeder macht und was auch nicht so einfach umzusetzen ist. Also beschäftigte ich mich mit der Blitzlicht-Fotografie, anfangs ’nur‘ mit Aufsteckblitzen. Dann habe ich von SuperSync gelesen und es bei Martin Krolop in seinen Videos gesehen. Man liest sehr viel darüber, positives, wie negatives. Ich von meiner Seite kann nur positiv davon berichten!

Die von mir verwendeten Jinbei-Blitze sind robust und stabil, man muss wissen wie man sie einsetzt und schon ist SuperSync sehr einfach anzuwenden.

Mir ist dann die Idee gekommen Sportler mit der SuperSync-Technik abzulichten. Ich habe mir also einen Jinbei DC-600 gekauft und trainiert, wie ich das Umgebungslicht weg bekomme, um nur mit dem Blitzlicht das Bild zu bestimmen. Ich habe die optimale Entfernung und verschiedene Lichtformer getestet. Da der Fotograf Joel Grimes mein großes Vorbild ist, war mir schnell klar in welche Richtung die Bearbeitung der Fotos gehen sollte. Ich will durch die leichte HDR-Bearbeitung dem Bild noch mehr Dramatik und Leidenschaft verleihen. Ich fing an Models zu fotografieren, um die Lichtwirkung von verschiedenen Lichtformern zu bestimmen.

Als dann eine Tageszeitung aus der Region auf mich zugekommen ist, die von meiner Idee gehört hatte, entstand mein freies Projekt „Sportler aus der Region“.

Footvolley

Angefangen habe ich gleich mit Footvolley, einer brasilianischen Sportart. Es sollte nur ein Test sein, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Dass es dann fast auf Anhieb so gut klappte, hätte ich selbst nicht gedacht. Meine Bilder wurden auf der Titelseite dieser Regionalzeitung und einer großen brasilianischen Zeitung abgedruckt. Ein Bild wurde sogar beim TV-Sender Sky gezeigt.

Footvolley ist eher eine Randsportart, die genau dadurch den Reiz ausmacht, solche Bilder zu erstellen. Bevor ich in das Shooting gegangen bin, habe ich mich über diese Sportart erkundigt, habe mir Fotos und Videos angeschaut, so dass schon jedes Foto in meinem Kopf fertig war.

Neben den Jinbei-Blitzen, in meinem Fall ein DC-II 600 und ein DC-II 1200, arbeite ich mit einer Nikon D800 in Kombination mit den YN622N-Funkauslösern von Yongnuo. Die Verarbeitung der Blitze ist in Ordnung, der DC-600 ist mir schon mehrfach umgefallen oder wurde direkt in den Sand gestellt. Ich habe hier noch nie Probleme gehabt. Einzig die Mittelstange der Softbox war mal defekt, aber die habe ich bei Foto-Morgen schnell ersetzt bekommen.

Als Lichtformer nutze ich gerne die Standardreflektoren, da mir die harten Schatten bei meinen Sportfotos zu Gute kommen. Um das Umgebungslicht völlig aus meinen Bildern auszublenden, starte ich immer mit einem Grundbild, welches fast schwarz ist. Erst dann kommt der Funkauslöser YN622N auf die Kamera. Meine Lichtsetups sind davor schon fertig geplant, ich komme an das Set und baue direkt auf. Die Lichtzange oder auch das Crosslight sind hier meine Lieblingssetups.

Genug der Theorie! Jetzt geht es an die Praxis:

Das Titelbild dieses Beitrages zeigt einen Handballspieler im Flug. Er spielt am Kreis und legt sich mit seinem ganzen Gewicht in den Wurf. Genau diese Szene wollte ich festhalten. Das dauerte allerdings etwas länger, da das perfekte Timing hier sehr wichtig war. Ich habe den DC-II 600 hier als Streiflicht mit ins Bild genommen, weil mir der Spot auf dem Spieler sehr gut gefiel.
Sigma 15-30 mm an D800 mit t 1/1.250, f 8.0, ISO 100

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Mir ist es wichtig, dass die gestellten Sportfotos nicht gestellt aussehen; es muss Dynamik und Anspannung zu spüren sein. Dieses Bild zeigt den „Shark Attack“, einen Spezialangriff der Footvolley-Spieler. Geblitzt wurde auch hier mit dem DC-II 600 von oben bei 550 Ws und dem Jinbei Standardreflektor 65°.

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Dieses Foto zeigt den „Shark Attack“ von hinten. Beleuchtet wurde von hinten mit 550 Ws und auch wieder mit dem 65°-Reflektor.

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Hier zeige ich den Footvolley-Spieler mit seinem Arbeitsgerät. Nach jedem Shooting mache ich noch ein Portrait, das den Sportler mit seinem Arbeitsgerät zeigt. Der Sportler soll nachdenklich wirken, es soll die Emotion zeigen, die er verspürt, wenn er sein Sportgerät anschaut. Der Blitz kam mit 400 Ws und einem 50er BeautyDish an einem Jinbei DBJ-1 Galgenstativ zum Einsatz.

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Vor dem Rathaus in Schwäbisch Gmünd zeigt dieser Spieler einen Seitfallzieher. Das Foto wollte ich genau so: Es zeigt das Rathaus und zugleich eine tolle Seitfallzieheraction. Dieses Bild hat gleich bei der ersten Auslösen gesessen! Von vorne wurde mit dem DC bei 550 Ws und von links und rechts mit Aufsteckblitzen geblitzt.

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Den brasilianischen Superstar Wellington Correa habe ich hier mit mit dem 65°-Standardreflektor bei ca. 2 m Abstand und auch 550 Ws beim Kopfball erwischt.

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Dieses Bild zeigt einen Handballoberliga-Spieler aus Schwäbisch Gmünd in vollem Sprung. Ich habe eine Lichtzange aufgebaut, die Aktion fand direkt in der Mitte statt. Von vorne kam ein DC-II 1200 als Hauptlicht zum Einsatz, von hinten rechts und links der DC-II 600. Die hinteren beide Blitze wurden auf 200 Ws gestellt und hatten einen Abstand von ca. 3 m. Das Hauptlicht liegt bei 1000 Ws.

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Handballspieler beim Rückraumwurf. Lichtsetup wie beim vorherigen Foto.

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Ein Wurf von Linksaußen, wieder mit der Lichtzange. Bei einem Wurf bekam der Galgen was ab, aber alles ging gut. 🙂

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Diese Szene wurde von unten nach oben fotografiert. Durch die Positionierung der Blitze von rechts und links wollte ich einen Spot auf dem Spieler haben, der über mich hinweg gesprungen ist.

Was bringt die Zukunft

Es macht mir sehr viel Freude mit den Spielern zu arbeiten und Ihnen anschließend die Fotos zu zeigen. Aber auch die Kommunikation während des Shootings ist mir wichtig, denn wenn einer weiß ob das Bild gelungen ist oder nicht, dann der Sportler selbst!

In Zukunft möchte ich weitere Sportler ablichten; es sind Olympiasieger, aber auch Fußballbundesliga-Spieler im Gespräch, Weiterhin werden für mich aber auch Randsportarten immer ein Thema bleiben.