Endlich HERBST! Denken sich die einen. Was ein Mistwetter…die anderen. Fotografisch gesehen bietet uns der Herbst aber natürlich viel Schönes. Kein Einheitsgrün der Bäume, nicht nur pralle Sonne, sondern schönes diffuses Licht, Nebelbänke, bunte Blätter, tief stehende Sonne und spannende Lichtsituationen. Mittlerweile ist der Regen auch kein Contrapunkt mehr, da die mitteleuropäischen Sommer fast mehr davon hervorbringen, als ein durchschnittlicher Herbst. 

Nichtsdestotrotz ist es jetzt aber schon etwas kühler und einige Fotografen (die Models sind da meist nicht so empfindlich!) zieht es ins warme (heimische) Fotostudio. Hier lässt es sich ganz unabhängig von Tageszeiten oder dem Wetter fotografieren und man kann entspannt seine fotografischen Ideen umsetzen.

Die Sonne im Studio

Warum aber das schöne herbstliche Licht draußen lassen? Mit dem Jinbei EF-200 LED-Dauerlicht haben wir zwei Varianten mit 3200°K und 5500°K, mit denen wir Tageslicht wunderbar imitieren können.

Mal ganz abgesehen von den Jahreszeiten, entscheiden sich immer mehr Fotografen für Dauerlichtlösungen. Oftmals ist das eine eher subjektive Entscheidung. Die einen mögen einfach den etwas anderen Look sehr gerne, andere kommen mit Blitzlicht nicht gut zurecht und kommen so wesentlich einfacher zum Ziel.

 

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EF 50mm 1.8 an 5D Mark II bei t1/50, f8, ISO 400, EF-200 auf halber Leistung mit 2 x Jinbei K 30×140 von links und rechts

Dauerlicht mit Halogenleuchtmitteln gibt es nun schon länger am Markt. Eine Jinbei QZ-1000 ist sehr günstig, wird aber heiß und hat eben auch „nur“ 1000 Watt. Gleichzeitig hat sie diese 1000 Watt und zieht eben diesen Strom auch aus der Steckdose. Mit 200 Watt Leistung kann man die EF-200 also schon als sehr sparsam bezeichnen und doch ist die Lichtausbeute eher wie bei eine 2000 Watt-Halogenlampe. Ein großer Vorteil ist, dass man eine EF-200 auch noch ohne Probleme an einem Jinbei Energon EN-350 Inverter betreiben kann. Das eröffnet für den Outdooreinsatz wieder ganz andere Perspektiven.

In der Praxis

Dauerlicht-Enthusiasten verweisen gerne auf eine ausgeprägte Lichtcharakteristik, die sich am einfachsten mit „stimmungsvoll“ beschreiben lässt. Und das sind auch unsere Erfahrungen: Das Licht, welches die EF-200 produziert ist stimmungsvoller als das eines Blitzes (bei gleichem Lichtformer). Es wirkt runder, was aber nicht mit Weichem Licht gleichzusetzen ist. Zudem lässt sich mit Dauerlicht sehr gezielt und genau arbeiten. Das Einstelllicht bei Studioblitzen bietet im Grunde zwar eine gute Orientierung, das Ergebnis des Blitzlichtes sieht aber doch immer anders aus.

EF 24-105 an 5D Mark II bei t1/15, f4.0, ISO 1.000, EF-200 auf minimaler Leistung mit PHOREX Grandbox 120cm

 

Einer der großen Vorteile von Dauerlicht ist, dass man ohne technische Umwege wie HSS oder SuperSync auskommt. Verschlusszeiten jenseits der 1/250 Sekunde sind problemlos und ohne Weiteres möglich. Dazu kommt, dass wir die Halbautomatiken der Kamera nutzen können, was dem ein oder anderen Fotografen sehr entgegen kommt. Man kann sich im Grunde viele Testfotos oder das Lichteinmessen komplett sparen.

Neueinsteigern in die Studiofotografie wird das Dauerlicht natürlich sehr entgegen kommen, da die meisten vorher eben schon mit available Light geshootet haben. Ausgeprägte Studioblitz-Fotografen werden sich aber auf eine kurze Zeit der Umstellung gefasst machen, denn es ist schon eine andere Arbeitsweise, die auf einen zukommt. So ist es in einigen Situationen sicherlich schön, mal den Serienbildmodus der Kamera nutzen zu können, um sich bspw. aus einer Serie das beste Foto auszusuchen. Da man grundsätzlich nicht auf die Wiederbereitschaft der Blitze warten muss, kann man sehr zügig arbeiten. Sehr von Vorteil, ist die Fernbedienbarkeit mittels Jinbei TRS. Gerade am Galgen oder hoch auf einem Stativ erleichtert das die Arbeitsweise ungemein.

EF 24-105mm an 5D Mark II bei t1/60, f9, ISO 400, EF-200 bei 3/4 Leistung, Jinbei QZ50 und Reflektor von unten

EF 24-105mm an 5D Mark II bei t1/60, f9, ISO 400, EF-200 bei 3/4 Leistung, Jinbei QZ50 und Reflektor von unte

Nachteilig – und das sollte man natürlich benennen – ist, dass es bei Dauerlichteinsatz aufgrund der „schwachen“ Leistung, zu Problemen kommt, wenn man schnelle Bewegungen einfrieren möchte. Über eine schnelle Abbrennzeit – wie bei Blitzen – können wir jetzt nicht gehen, nur über die Verschlusszeit. Um diese kurz zu halten, muss entweder – zulasten der Schärfentiefe – die Blende weit geöffnet oder der ISO-Wert hochgedreht werden. Man kann hier durchaus Kompromisse finden, die zu noch tragbaren Ergebnissen führen, darf dann natürlich kein HighFashion erwarten!

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EF 24-105mm an 5D Mark II bei t1/50, f4, ISO 1.250, EF-200 bei minimaler Leistung an PHOREX Grandbox 120cm

Von einem Nachteil hört man bei Dauerlicht auch immer wieder: Es blendet! Das machen Blitze in der Regel allerdings auch. Wenn auch nur kurz! Was nun für das Model als nicht so schön empfunden wird, ist allerdings recht unterschiedlich. Im Normalfall gewöhnen sich die Models recht schnell daran, zumal sie ja nicht stundenlang direkt in die Lichtquelle schauen müssen. Im Übrigen wird bei Videoproduktionen auch Dauerlicht eingesetzt. Und hier ist selten ein Schauspieler auf die Idee gekommen, doch bitte mit Blitzen zu drehen!

Apropos Video! Wir hatten die EF-200 nun schon bei einigen Videodrehs im Einsatz und sind auch hier auf voller Linie überzeugt.

Eine Sache auf die man achten sollte, ist die Verwendung von Lichtformern, die nicht zu viel Licht schlucken, da man sonst natürlich schnell mit der ISO hoch muss. Wobei man aber auch hier noch einmal darauf hinweisen muss, dass unsere modernen Kameras das durchaus abkönnen.

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Quick&Dirty-Montage zur Veranschaulichung der Homogenität der EF-200.

Der ewige Vergleich

Nach einigem hin und her überlegen, habe ich mich dagegen entschieden, einen direkten Vergleich gegenüber Studioblitzen mit in diesen Beitrag aufzunehmen. Eigentlich nur deswegen, weil der direkte Vergleich hinken würde. Trotzdem ein paar Worte dazu: Der Leistungsvergleich im Verhältnis 200Ws beim Blitz zu 200 Watt beim Dauerlicht kommt in der Praxis auf +-0, wobei hier auch andere Faktoren eine Rolle spielen (z.B. die Abbrennzeit!). Aber beim LED-Dauerlicht ist eben bei 200 Watt Leistung Schluss. Bei Studioblitzen sind 800, 1000 oder gar 1200 Ws heutzutage sehr gängig, da kommt das Dauerlicht einfach zurzeit nicht hin. Die Zukunft wird aber gerade im LED-Bereich einige tolle Neuerungen hervorbringen.

Technische Details:

  • Leistung: 200 W
  • Haltbarkeit der LED: bis zu 100.000 Stunden
  • Farbtemperatur: 5.500 °K / 3.200 °K
  • Gewicht: 3,5 kg
  • Regelbarkeit: 20% – 100%

Wir sind überzeugt!

Fotografen, die sich ganz einfach bewusst machen, dass eine Dauerlichtquelle kein Blitz ist, werden mit den Jinbei EF (L)-200 sicherlich ihren Spaß haben. Gerade die Möglichkeit, an die EFs verschiedenste Lichtformer  mit Bowens-S Type Bajonett, wie Octaboxen, rechteckige Softboxen, Beauty Dishs, Standardreflektoren, Snoots oder auch Striplights anzubringen schafft im Bereich Dauerlicht ganz neue und vielfältige Gestaltungsräume. In unserem kleinen Testshooting können wir den Eindruck anderer Dauerlicht-Enthusiasten absolut bestätigen: Das Licht verschafft – und das kommt natürlich auch immer auf den Lichtformer an – eine wohlig warme Atmosphäre auf dem Model, es umschmeichelt die Konturen, ohne zu weich oder gar matschig zu wirken.

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Mitakon Creator 35mm 2.0 bei t1/50, f4, ISO 1.000, EF-200 bei 40% Leistung an Jinbei QZ-50

Dazu kommt, dass man als Fotograf wieder sehr schnell intuitiv arbeitet, wie man es im Available-Bereich gewöhnt ist. Wir schieben uns die „künstliche Sonne“ einfach dort hin, wo wir sie brauchen, beobachten den Licht- und Schattenverlauf 1:1 und können uns direkt entscheiden, ob es passt oder eben nicht.

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Einfacher Setaufbau.