Eigentlich könnte man sagen, LED-Dauerlicht hat sich in der Fotografie schon etabliert. Eigentlich! Und ja, tatsächlich sind schon viele Fotografen auf den Geschmack gekommen und wissen die Vorzüge durchaus zu schätzen. Dann kommt aber das Aber!

Kontrollierbares Dauerlicht

Dieses Aber kommt gar nicht so sehr von den Zweiflern oder von den Verfechtern von Studioblitzen, sondern mehr von den Fotografen, die sich noch nie mit dem Thema Dauerlicht auseinander gesetzt haben. Wobei, die meisten schon mit Dauerlicht Erfahrungen gesammelt haben, allerdings nicht mit künstlichem Dauerlicht. Das klassische Available Light ist ja letztlich auch nur Dauerlicht. So gesehen können wir genau hier auch schon ansetzen und anhand des Available Lights die Vor- und „Nachteile“ des LED-Dauerlichts ableiten.

Abgesehen von den technischen Eigenschaften, geht es nämlich primär um genau diese Fragestellung: Was habe ich beim Dauerlicht für Vorteile? Mit welchen Nachteilen habe ich zu rechnen? Kann ich meine Blitze durch Dauerlicht ersetzen? Für welche Bereiche ist Dauerlicht eigentlich geeignet?

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Warum hat Dauerlicht-Fotografie Vorteile?

Wir setzen direkt hier an und gehen auf diese wichtigsten Fragen ein, reißen dabei aber auch technische Details der LED-Lichter an.

Einer der großen Vorzüge des LED-Dauerlichts ist – das kennt Ihr von Available-Shootings -, genau das Ergebnis zu bekommen, welches man sieht. Natürlich hilft einem das Einstelllicht bei Studioblitzen eine grobe Einschätzung des Lichtfalls vorzunehmen, aber das Ergebnis ist selbstverständlich ein anderes. Daraus leitet sich ein weiterer Vorteil ab, den nicht wenige sehr zu schätzen wissen: Wir sind nicht auf den manuellen Modus der Kamera beschränkt, sondern können die Kamera auch in all ihren Voll- oder Halbautomatiken nutzen. Viele Fotografen sind daran gewöhnt, bei Ihren Outdoor-Shootings im A/AV-Mode (Blendenpriorität) zu fotografieren, weil es die Sache einfacher und bequemer macht. Man bestimmt die Blende und überlässt der Kamera die Berechnung der korrekten Belichtungszeit. Bei der Arbeit mit Dauerlicht können wir ganz genau so arbeiten. Blende vorwählen und schon können wir loslegen.

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Es gibt keine Nachteile

Die Frage nach den Nachteilen können wir mit der Frage ob man Blitze durch Dauerlicht ersetzen kann zusammenfassen. Echte Nachteile gibt es beim Dauerlicht so gesehen nicht. Man kann nur mit Dauerlicht nicht exakt das machen, wie mit Studioblitzen. Möchte man also seine Blitze durch Dauerlicht ersetzen, geht das meistens in die Hose. 😉 Das hat primär 2 Gründe: Wer viel Leistung benötigt (Arbeit mit eher geschlossener Blende oder auch Mittelformat) ist mit Dauerlichtern einfach beim falschen Werkzeug. Daran wird auch die Zukunft wenig ändern. Klar, man könnte technisch gesehen, auch eine 1000 Watt-LED verbauen. Die wäre dann aber so hell, dass es nicht mehr möglich wäre, damit im Portraitbereich zu arbeiten, ohne dem Portraitierten erhebliche Augenschmerzen zuzufügen. Physikalisch stößt Dauerlicht hier also an seine Einsatzgrenzen.

Das Gleiche gilt für das Themenfeld Bewegungen: Fotografisch haben wir zwei Möglichkeiten Bewegungen einzufrieren. Entweder wählen wir eine passende kurze Verschlusszeit oder wir setzen Blitze ein, die Bewegungen durch ihre schnelle Abbrennzeit einfrieren. Da die zweite Option bei Dauerlicht weg fällt, können wir also nur über die Verschlusszeit Bewegungen einfrieren. Und genau hier beschränkt uns dann wieder die effektive Leistung eines Dauerlichts.

Diesen beiden Einschränkungen müssen wir uns bewusst sein, dann macht Dauerlicht Spaß. Gleichzeitig sehen wir, dass ein 1:1-Ersatz nicht möglich ist.

Ergänzen, nicht ersetzen

Das Dauerlicht ist also ganz klar als Ergänzung zu sehen. Aber als sehr gute und sinnvolle Ergänzung. Denn es gibt genau so Situationen (das ist natürlich subjektiv), in denen Dauerlicht ein angenehmeres Arbeit ermöglicht. Newborn-Fotografen schwören darauf. Für viele kommt hier ein starker und heller Blitz oft nicht in Frage. Die Ergebnisse sprechen da für sich! Aber auch im klassischen Portraitbereich gibt es Personen, die sich ungern anblitzen lassen oder es schlicht nicht gewöhnt sind und deshalb einen eher verkrampften Ausdruck an den Tag legen. Auch hier gibt es immer wieder Fotografen, die genau in solchen Momenten auf ein gutes Dauerlicht schwören. Es macht das Fotografieren irgendwie entspannt und ruhig.

Dann gibt es aber auch tatsächlich Fotografen, die Blitzlicht und auch die Arbeit mit Blitzen nicht mögen. Das gleiche gilt für Einsteiger in die Studiofotografie. Viele können sich einfach besser und schneller an die neue Situation gewöhnen, mit künstlichem Licht zu fotografieren. Ein weiterer Trend ist es, auch im Studio offenblendig zu portraitieren. Viele herkömmliche Studioblitze haben dann oftmals zu viel Leistung und einen zu geringen Regelbereich. Gerade Einsteiger sind dann immer ganz überrascht zu sehen, dass ein Blitz auch zu viel Leistung haben kann. Beim LED-Dauerlicht wird einem das in der Regel nicht passieren.

Kreative Vielfalt

Dazu kommt, dass ein LED-Dauerlicht, wie das Jinbei EF-200 oder EF-150 die gleichen Möglichkeiten bietet wie ein Studioblitz, was die Lichtformer angeht. Durch das verbaute Bowens-S Type Bajonett kann man praktisch jeden beliebigen Lichtformer bzw. Softbox betreiben. Ob man nun also besonders weiches Licht oder auch mal hartes Sonnenlicht imitieren will, alles ist möglich. Auch der Einsatz von Beauty Dishes, Snoots oder Fresnel-Boxen ist hier sehr spannend. Das heißt, dass wir mit Dauerlicht die gleiche Kreativität ausleben können, wie mit Studioblitzen.

Video – Neue Möglichkeiten mit Dauerlicht

Jetzt bieten die EF-200/150 aber noch einen weiteren Vorteil, bei dem Studioblitze nicht mithalten können: Der Bereich Video!

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Neben den Fotografen, haben nämlich die Videographen die Jinbei EF Dauerlichter für sich entdeckt. Auch hier muss man fair sein und kann diese Leuchten nicht mit denen von Herstellern von speziellem Videolicht vergleichen. Stellt man diesen Anspruch zurück und schaut auf das Preis-/Leistungsverhältnis, dann kann man aber wirklich glücklich damit werden.

 

Ein weiteres Plus ist die Gerätetemperatur. Während andere Systeme mit HMI-Gasleuchten sehr heiß werden und nach den Produktionen nicht gleich eingepackt werden können, arbeitet man mit LED-Leuchten wesentlich entspannter. Hier gibt es weder Vor- noch Nachlaufzeit, was unter dem Gesichtspunkt ‚Zeit ist Geld‘ nicht zu unterschätzen ist. Auch die Dimmbarkeit ist für Videographen nicht zu unterschätzen. Diese kann man in Prozent oder Watt am Display ablesen. Dazu kommt auch in diesem Bereich der durchaus vielfältige Einsatz verschiedener Lichtformer und Softboxen. Für den Fotografen selbst meist eher nicht so wichtig, ist für den Bereich Video auch der Einsatz der Variante mit 3.200°K interessant, um Mischlichtsituationen zu vermeiden.

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Resümee

Modernes LED-Dauerlicht – wie die EF-Serie von Jinbei – bietet mittlerweile eine ernst zunehmende und kreativ hochwertige Ergänzung zum reinen Studioblitz. Gerade Fotografen, die auch im Bereich Video tätig sind, werden sehr schnell die Vorzüge dieses Dauerlichts erkennen. In der Fotografie ändert sich der gesamte Workflow, ohne dass wir dabei auf die Nutzung verschiedener Lichtformer verzichten müssten und in der Videografie haben wir eine sehr günstige Dauerlichtquelle, die durch einfache Handhabung besticht. Schnell auf- und abzubauen, keine Aufwärm- oder Abkühlzeit, praktisch einfach gut in der Handhabung.

Zum Schluss noch ein Beispiel, was man mit LED-Dauerlicht alles kreieren kann: