Kürzlich haben wir ein sehr interessantes Paket von Chinas größtem Hersteller für Studioblitze erhalten. Nach dem Auspacken wurde uns nicht sofort klar, worum es sich dabei handelt…

Die Tasche stammt vom Aussehen her definitiv vom Jinbei Freelander FL-II 500 ist jedoch wesentlich größer.
Hat Jinbei etwa das Design geändert und den FL-II größer gemacht?

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Nein! Denn im Inneren befand sich ein Jinbei Discovery DC-1200… bloß „etwas“ ist anders!

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Das Gehäuse, Maße und Gewicht sind in etwa gleich geblieben. Doch ein Blick auf die Oberseite verriet: Hier hat sich einiges getan.

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Am auffälligsten ist definitiv das vierzeilige LCD-Display welches die LED-Anzeige des Vorgängers ablöst und die kleine Antenne oben rechts – dazu später mehr.
Das Display tut nicht nur der Übersicht gut, sondern auch der Verständlichkeit.

Hatte vorher doch so mancher kryptischer Knopf eine eigene Status LED mit eigener Bedeutung, wird hier nun nach dem Einschalten fast alles klar.

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Während die erste Zeile den Ladestand des Akkus und die Leistungsverteilung anzeigt (in diesem Fall volle 1200Ws an Port A), zeigt Zeile zwei die aktuelle Einstellung der Blitzintensität und, ja, tatsächlich eine Schnecke.

 

 

Nach Bienchen und Blümchen kommt Hase und Schnecke…

Diese Schneckchen finden wir dann auch an einem der nun reduzierten Knöpfe wieder. Der „hoppelnde Hase“ daneben ist dann wohl der zweite Status, in den man den DCII-1200 umschalten kann. Doch was bewirkt die Taste nun genau? Ein Knopfdruck und zwei Auslösungen später ist uns alles klar: Die „Fast Load“ Funktion wird nun durch diese Piktogramme verkörpert. Konkret heißt das: Kürzere Wiederaufladezeit, mehr Auslösungen hintereinander aber auch eine schnellere Erschöpfung des Akkus. Eine kurze Messung ergab, dass bei voller Leistung der Jinbei DCII-1200 im „Schnecken-Modus“ 6,5 Sekunden zwischen zwei Blitzen benötigt, während im „Hasen-Modus“ lediglich 4,5 Sekunden bei voller Power mit 1200Ws vergehen, bis wieder ausgelöst werden kann.

 

Die dritte Zeile des Displays ist dann schon eher schlüssig, gibt sie doch den Zustand des Einstelllichtes mit der bereits bekannten Timer-Autoabschaltung oder den Modus für „Dauerlicht“ wieder. Was man erwähnen muss, ist natürlich, dass das Display eine Hintergrundbeleuchtund hat und somit auch in Dunkelheit ablesbar bleibt.

 

Und die letzte Zeile? Nun die zeigt den Funkkanal an. Richtig. Einen Funkkanal, worauf auch schon die kleine Antenne an der Oberseite hindeutet. Der neue Jinbei DC-1200 V2 besitzt einen integrierten Funkauslöser – und noch mehr!

 

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An der Bedienung hat sich einiges geändert. So gibt es neben dem Hauptschalter nur noch vier Knöpfe, von denen einer der Testauslösung dient.

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Sie sehen nur drei Knöpfe? Falsch. Denn die Oberseite des bis dato einfachen Drehreglers ist der vierte Knopf, der nun auch die Funktion einer Bestätigungs- und Speichertaste übernimmt. Alle übrigen Funktionen werden über Tastenkombinationen oder eigene Tasten kontrolliert. Um z.B. das akustische Tonsignal abzuschalten müssen die Hase/Schnecke-Taste, der Knopf für das Einstelllicht und der Knopf auf dem Drehregler gleichzeitig gedrückt werden. An sich funktioniert die Bedienung sehr einfach.


 

Aber was ist denn nun mit dem Funkauslöser?

 

Denn zu einem Empfänger gehört meistens auch immer ein Sender. Dieser befand sich auch in unserem Paket, ob er aber auch letztendlich zum Lieferumfang gehört wissen wir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht.

 

Bei dem Funksender handelt es sich um das Modell Jinbei TRS, welches bekannterweise auf einer 2,4 Ghz Frequenz arbeitet. Und – die Tasten lassen es bereits vermuten – er hat mehr zu bieten als einen bloßen Testauslöser.

 

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Endlich lässt sich die Leistung und das Einstelllicht auch aus der Ferne regeln.
Jinbei hat nämlich auch direkt eine Fernsteuerung in den Discovery 2.0 integriert, durch die wir Zugriff auf das Einstelllicht und die Blitzintensität haben. Sehr praktisch, wenn man nicht immer zum Generator laufen will um das LED-Einstelllicht an oder auszuschalten oder die Intensität regeln will. Das geht nun alles vom Blitzschuh der Kamera aus bzw. vom Sender aus. Es funktioniert wirklich ganz einfach und schnell.

Mit + drehe ich die Leistung hoch, mit – natürlich runter. Das Einstelllicht kann ich mit einem Knopf an und ausschalten – sehr praktisch!

 

Apropos Blitzschuh: Der TRS Auslöser passt problemlos auf alle Kameras mit ISO Blitzschuh und wird über den Mittenkontakt ausgelöst. Schön ist auch, dass der Blitzfuß an sich aus Metall besteht und dadurch einen stabilen Halt und lange Lebensdauer garantiert. Betrieben wird der Sender mit einer normalen 3V Knopfzelle, was zu seiner angenehm geringen Größe beiträgt.

 

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Ende Gut – Alles Gut?

Nein, die paar Punkte zum Jammern (wenn auch auf hohem Niveau) gibt es direkt. Da früher jede Funktion eine eigene LED hatte und das Display mit der eingestellten Leistung sehr groß ausfiel, konnte man noch aus 5 Meter Entfernung alle Einstellungen sehr gut ablesen. Ist das neue Display zwar aus der Nähe eine schnell zu verstehende Augenweide, wird es schon aus geringem Abstand schwierig zu sagen, wie viel Leistung gerade eingestellt ist. Neben Schnecke und Hase hätte man hier Adler-Augen liefern sollen.

 

Fazit zum neuen Jinbei DCII-600 / 1200

Jinbei geht einen sehr guten Weg und erweitert den Discovery DC-1200 um ein paar nötige Modernisierungen und Komfortfunktionen auf die man lange gewartet hat. Das Display und der Funkauslöser sind zwar nicht „perfekt“, aber durch das sehr gute Preis/Leistungsverhältnis ungebrochen attraktiv. Leistungssteuerung aus der Ferne ist super, ein einfacheres Ablesen der gewählten Leistung wäre perfekt.

Was die harten Kernfakten des Blitzes angeht, müssen wir uns wohl noch etwas gedulden. Ein ausgiebiger Test wird an dieser Stelle noch folgen. Beziehen können wird man das ganze wie gewohnt über den deutschen Exklusivhändler von Jinbei www.foto-morgen.de voraussichtlich ab Oktober / November.