Heute hauen wir mal einen kleinen Beitrag – oder nennen wir es Gedankengänge – zum Thema Sony raus. Insbesondere interessiert uns selbst natürlich die Rolle von Sony am Kameramarkt, da wir immer wieder von Kunden Anfragen bezüglich Zubehör bekommen.

Sony ist als Global Player “natürlich” weltweit sehr breit aufgestellt, was das Produktportfolio angeht. Neben Kameras und Camcordern, stellt Sony ein breites Sortiment an Smartphones, Tablets, Audiogeräte, natürlich die Playstation, Fernseher und Laptops zur Verfügung und mischt auch im Film- und Musikbusiness ordentlich mit.

Der Marktanteil von Sony bei Kameras mit Wechselobjektiven liegt allerdings – und das unterschätzen die Konsumenten oft – je nach Schätzung gerade einmal bei 11-15%. Tendenz gefühlt stark steigend! Und hier fängt aber das große Problem für den Kunden an. Für seine großartige Kamera will der Kunde selbstverständlich auch Zubehör. Ob von Sony selbst oder von einem x-beliebigen Dritthersteller ist dem Kunden oft erst mal egal. Aber genau dieses Zubehör ist für die neuen Sony-Modelle – zumindest noch – rar gesät. Klar, wenn ich als Hersteller keine große Nachfrage bzw. keinen riesen Gewinn in Sicht habe, vernachlässige ich das Geschäft! So argumentieren derzeit scheinbar viele Hersteller für Zubehör. Wir fragen uns: Wie lange denn noch?!

Sony weiß zu verwirren

Selbst eingefleischte Sonyisten bringen beim Thema Sony schon mal das ein oder andere durcheinander. Eines der besten Beispiele, war und ist wohl der Zubehörschuh. Und das hat sich Sony leider selbst auf den Zettel zu schreiben! Stichwort: MultiInterface, eigentlich ein ISO-Blitzschuh, der aber über weitere vorn angebrachte Kontakte verfügt. Natürlich muss man nicht alles so machen wie die anderen, aber gerade Dritthersteller werden hier schnell abgehalten entsprechendes Zubehör anzubieten.

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Sony lässt hier eine Linie vermissen, an die man sich halten kann. Unserer Erfahrung nach wissen selbst viele Sony-Nutzer nicht, was, nach wo, und warum überhaupt zu adaptieren ist. Hier zeigt sich als Beispiel die Verwirrung, will man einen aktuellen neuen Blitz auf Sony-Kameras mit herstellerspezifischen Schuh montieren, benötigt man den von Sony angebotenen Adapter ADP-AMM. Dieser wird im Übrigen auch benötigt, um die Pixel KING für Sony zu nutzen. Will man hingegen alte ISO-Blitze an einer aktuellen Kamera mit MI-Schuh betreiben, braucht man den ADP-MAA-Adapter. Fassen wir mal die Camcorder großzügig mit in diese Problematik, stellen wir fest, dass sich hier alles wiederholt. Logischerweise befinden sich auch an diesen Geräten MI-Schuhe. So könnte man als Sonyverfechter sein Zubehör ja an beiden Gerätschaften benutzen. Könnte! Denn auch im Bereich der Camcorder wechselt Sony gerne mal hin und her. So kann man zum Beispiel Zubehör mit MI-Fuß nicht an AIS-Camcordern verwenden. Genauso wenig gibt es aber elektronische Adapter von IAS und CyberShot auf MIS. Dazu kommt, dass neue Camcorder zwar mittlerweile einen MI-Schuh haben, dieser aber abgesenkt angebracht ist und so nicht mit jedem beliebigen MI-Zubehör von Drittherstellern zu betreiben ist. Wenn, dann auch hier wieder nur mittels Adapter. Der ADP-MAC-Adapter schafft zwar die Möglichkeit bisheriges AIS-Zubehör am neuen Schuh zu verwenden, ist aber zu schmal, um normale Blitzfüße mit ISO 518-Fuß aufzunehmen. Viele Kunden ärgern sich darüber und verlieren nicht selten den Bezug zu Sony, nur wegen solcher Verwirrspielchen.

Auch das A- und E-Mount – obwohl strikt getrennt – sorgt bei dem ein oder anderen Sony-Nutzer für Fragezeichen in den Augen. Hier verhält es sich schon fast andersrum: Von Drittherstellern wie Sigma, Tamron & Co. finden wir ausreichendGlasmaterial, von Sony selbst kommen hier aber wenig neue Objektive auf den Markt. Hier fragt sich der Kunde schnell, inwieweit Sony diesen Bajonett-Typ fortsetzen wird und ist in seiner Kaufentscheidung schnell verunsichert, zumal es seitens Sony nach Einführung der a7-Reihe nicht mehr zwingend erforderlich ist, DSLR-ähnliche Kameras zu bauen. Kameras, wie die a99 werden – zumindest für Sony – immer mehr an Bedeutung verlieren, auch wenn hier und da noch ein neues Model auf den Markt geworfen wird.

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Der Weg ist das Ziel

Wohin der Weg letztlich führt, steht natürlich in den Sternen. Ein mögliches Szenario wäre durchaus, dass die spiegellosen Systeme den DSLR-Markt überlaufen. Das Potenzial ist vorhanden, denn Sony baut verdammt gute Sensoren. Nun hat aber der Kameramarkt seine ganz eigenen Gesetze. Wenn die Hersteller hier wirklich auf die Wünsche der Konsumenten eingehen, dann werden die Sterne weiterhin funkeln. Sony hat mit seinen eigenen DSLR leider schon bewiesen, wie man es nicht machen sollte. Wollen wir hoffen, dass Sony dieses mal die Chance nutzt, um den Kameramarkt weiterhin zu beleben.