Was ist eigentlich dieses TTL und wie kann ich es in meinen fotografischen Prozess einbinden?

Mit dieser Frage möchten wir uns heute beschäftigen und versuchen es dir so bildlich wie möglich darzustellen. TTL steht für Through the Lens, also der Blitzbelichtungsmessung durch das Objektiv. Nehmen wir also einfach mal an, dass du deine Kamera, einen TTL-fähigen Auslöser (z.B. Jinbei TR-611), einen TTL-fähigen Blitz (z.B. Jinbei HD-610 HSS) und ein Model zur Verfügung hast und du dir zum Ziel gemacht hast, dass alle Komponenten miteinander harmonieren. Hört sich vielleicht schwierig an, ist es aber im Prinzip überhaupt nicht. Man glaubt es kaum, jedoch arbeiten Kamera und Blitz – wenn man den TTL-Modus nutzt- hierbei in „Eigenregie“, sodass die „größte Herausforderung“ wohl nur noch darin besteht, sich auf das Model zu konzentrieren.

Welche Vorteile bringt mir der TTL-Modus?

Während du sonst beim Fotografieren darauf achten musst, dass der Abstand der Lichtquelle (in dem Fall der Blitz) und das Objekt (in dem Fall das Model) in einem passenden Abstand voneinander positioniert sind und du zusätzlich noch deine Blende dementsprechend anpasst, fließt der vom Fotografen gewählte Abstand automatisch in die TTL-Berechnung der abgegebenen Lichtmenge ein. TTL ist somit eine Automatikfunktion, die uns das komplette Einmessen der korrekten Lichtwerte abnimmt. Aber wie funktioniert das Ganze? Du stellst deinen TTL-fähigen Auslöser und auch den Blitz in den TTL-Modus, damit sie sich quasi „miteinander unterhalten“ können. Das funktioniert übrigens genauso, wenn du einen Aufsteckblitz hast (siehe Foto unten!). In dem Moment wo du auslöst, sendet deine Kamera dem Blitz einen Befehl, den sogenannten Vorblitz auszulösen.

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TTL-fähiger Funksender und Blitz | Yongnuo YN-E3-RT und YN-600EX RT

Dieser Vorgang passiert so schnell, dass man ihn gar nicht wahrnimmt. Der Vorblitz hilft der Kamera zu entscheiden welche Blitzleistung sie braucht, um das Bild korrekt zu belichten, so kann die Kamera auf die Blitzleistung die sie eigentlich braucht zurückrechnen. Anschließend wird der eigentliche Blitz abgegeben, das Foto wird aufgenommen und das Ergebnis ist korrekt belichtet. Da die Messung, die durchgeführt wird in deiner Kamera automatisch auf einen Grauwert von 18% ausgelegt ist, kann es natürlich passieren, dass dir dein persönlicher Geschmack sagt, dass das Foto noch etwas heller oder dunkler sein könnte. Hier greift die sogenannte Blitzbelichtungskorrektur, bei der du manuell vorgeben kannst, ob der Blitz mit bis zu +/- 3 Blenden stärker oder schwächer blitzen soll.

Schnell wechselnde Situationen sind mit TTL insgesamt einfacher zu kontrollieren. Sollte es mal chaotisch oder hektisch werden, z.B. bei Partys, Events oder auch Hochzeiten, wo du ständig wechselnde Abstände zu den Motiven und wechselnde Lichtsituationen hast, ist TTL dein Retter in Not. Ob Outdoor oder Indoor, für beide Ausgangssituationen haben wir die passenden Lösungen für dich parat.

Ich arbeite Outdoor oder Indoor z.B. auf Events. Wann spricht man vom entfesselten Blitzen?

Wie der Name schon verrät, spricht man vom entfesselten Blitzen, wenn der Blitz nicht auf der Kamera steckt, sondern z.B. auf einem Stativ. So ist man flexibler und kann die Position des Blitzes unabhängig von der Kamera bestimmen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, in diesen Fällen könne man nur mit manuellen Einstellungen der Blitze arbeiten, kann man auch beim entfesselten Blitzen den TTL-Modus verwenden. Verwendet man hier nur einen Blitz, hat man nichts weiter zu beachten. Es passiert ja nichts anderes, als wenn der eine Blitz auf der Kamera sitzt. Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn man mit mehreren Blitzen entfesselt TTL nutzen möchte. Wer TTL aber erst einmal im Ganzen verstanden hat, bekommt auch das relativ problemlos hin. In diesen Fällen muss man eben die manuelle Blitzbelichtungskorrektur der einzelnen Blitze (Gruppen) im Auge haben, weshalb sich das TTL-Blitzen in Gruppen nicht wirklich für Anfänger eignet.

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Wechselnder Abstand zum Model | links 3 m, rechts 1 m | TTL passt die Blitzbelichtung automatisch an

Dort wo man allerdings schnell und mobil handeln möchte, wie auf einem Event, empfiehlt es sich den Blitz auf der Kamera zu befestigen.  Es ist der natürlichste und erste Gedanke erst nach einem Systemblitz des Herstellers zu gucken, der unserer Kamera gleicht. Eine gute und günstigere Alternative bieten aber Drittherstellergeräte, wie Yongnuo Systemblitze. Diese können genauso viel wie die Blitze der bekannteren Hersteller, liegen aber durchschnittlich im Preis bis zu 60% günstiger.

Ich arbeite onLocation, Outdoor oder im Studio. Wie wähle ich den richtigen Studioblitz der zu meiner Ausgangssituation passt?

Irgendwann kommt man an den Punkt, wo man einfach mehr Power haben will als die, die ein Systemblitz leisten kann. Aber nicht nur die Leistung unterscheidet einen Systemblitz von einem Studioblitz, sondern auch die Belastung und vor allem die Auswahl an Lichtformern. Die Systemblitzleistung wird in Leitzahl, hingegen wird die Studioblitzleistung in Wattsekunden angegeben. Studioblitze bringen im Vergleich zu einem Systemblitz eine enorme Leistung auf, sodass sie dafür gemacht sind im Akkord zu arbeiten. Dank kurzer Wiederaufladezeiten und einer verbauten Kühlung sind sie also perfekt für alle, die sich gerne und oft austoben möchten. Hat man einen Akku-Studioblitz wie den Jinbei HD-610 HSS mit 600 Ws und TTL-Steuerung, so kann man auch Netzstrom unabhängig arbeiten.

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TTL bei schnell wechselnden Lichtsituationen | Foto: Krolop&Gerst

So erreichen deine fotografischen Möglichkeiten nochmal eine andere Dimension. Der Jinbei HD-610 HSS bietet optimale Voraussetzungen für einen mobilen semi-professionellen oder professionellen Einsatz. Mit der TTL-Steuerung kommst du erneut in den Genuss der komfortablen Automatikfunktion, die bei jeder Ausgangssituation für eine präzise Blitzbelichtung sorgt. Der Vorteil gegenüber Aufsteckblitzen ist neben der stärkeren Leistung die Verwendung von großen Lichtformern mit Bowens Bajonett. Entscheidet man sich lieber für einen portablen Studioblitz ohne TTL Funktion und bevorzugt lieber das komplette manuelle blitzen, so ist man mit dem HD-II 600-V Akku-Studioblitz mit 600Ws mehr als gut beraten.

SMDV BRiHT-360 TTL Akku-Blitz

Dir gefallen Studioblitze, aber du magst es etwas kompakter? Dann ist der SMDV BRiHT-360 TTL genau die richtige Wahl für dich.

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Neben vielen Features wie Gruppensteuerung, echtem HSS, Stroboskop-Mode bietet er eben auch TTL und ist damit auch einen Blick wert. Zudem ist der neue SMDV-Blitz wirklich kompakt und auf maximale Mobilität getrimmt worden. Ihn nimmst du auch an unzugängliche und schwer erreichbare Orte mit, wenn andere Blitze einfach zu schwer oder zu groß sind.

Unser Fazit: Viele Profis neigen oft dazu, TTL als Option für sich zu verbannen. Gerade Anfänger genießen hingegen den Komfort sich weniger Gedanken über die korrekte Einstellung der Blitzmenge machen zu müssen. Letztlich ist TTL eine gute Option zum Einstieg und bei Profis dann doch eine häufig genutzte Einstellung, wenn es mal hektisch wird und man die Zeit zum Umstellen des Lichtes nicht hat. Wir stellen fest: TTL braucht man nicht zwingend, aber es ist gut TTL als Option parat zu haben.