Hallo, ich bin Christian – die meisten, oder zumindest fast alle, die mich nicht „Siezen“ nennen mich aber Lucky 🙂

Ich arbeite als freier Grafik-, Webdesigner und Fotograf in Fürth bei Nürnberg und fotografiere vor allem im Bereich Hochzeiten, Events, Portrait und People.
Ich habe mich in den letzten Jahren mehr und mehr auf mobiles, entfesseltes Blitzen spezialisiert, und bin daher immer auf der Suche nach interessantem Equipment um vor Ort flexibel arbeiten zu können.
Wer in dem Bereich noch etwas lernen will, findet mich bei FotografieCampus als Dozent – vielleicht ist auch ein interessanter Workshop meiner Kollegen dabei…

Outdoor Blitzen

Beim Blitzen outdoor hat mich frührt immer gestört, dass ich mit der Belichtungszeit auf die kürzeste Synchronzeit beschränkt bin (1/250s bei meinen Nikons). Das heißt nämlich, dass man entsprechend weit abblenden muß, um das konstante Tageslicht in Griff zu bekommen.
Seit einiger Zeit nun gibt es eine Lösung, die auf einem technischen Trick basiert: Blitzen im Supersync-Modus. Man macht sich hier die Leuchtdauer des Blitzes zunutze, indem man diesen früh genug auslöst, und sich quasi einen kleinen Zeitbereich des Lichts „rausschneidet“. Was dabei technisch genau vor sich geht könnt ihr auf meinem Blog in Artikel Supersync – Blitzen jenseits der Synchronzeit nachlesen. Hier soll es jetzt um die neu auf den Markt gekommenen iTTL Auslöser YN622N von Yongnuo in Kombination mit den portablen Jinbei Blitzgeräten gehen:

Yongnuo YN622N im Vergleich

Der YN622N unterstützt im Vergleich zu den anderen Yongnuo Auslösern (RF602, RF603) den iTTL Modus des Nikon-Systems. Für mich ist dieser Modus nicht wirklich wichtig, da ich eigentlich immer manuell blitze. Die iTTL-fähigkeit ermöglicht aber auch die sog. Supersync. Dabei löst der Sender den Blitz auf Empfängerseite so früh aus, dass dieser seine maximale Leuchtstärke ungefähr synchron, bzw. genau passend zur Verschluss-Öffnung der Kamera erreicht. Da der Blitz länger leuchtet, als der Schlitzverschluss der Kamera über die Sensorfläche unterwegs ist, wird das gesamte Bild einigermaßen konstant belichtet – einigermaßen, weil eventuell ein leichter Belichtungsverlauf zu sehen ist, der durch den nicht konstanten Lichtimpuls des Blitzes entsteht. Das lässt sich aber in der Nachbearbeitung leicht kompensieren, was mir allerdings noch nie nötig erschien…
Damit kann man also Belichtungszeiten erreichen, die deutlich unterhalb der kürzesten Synchronzeit der Kamera liegen und bis zur kürzesten Belichtungszeit von 1/8000s meiner D800 oder D700 funktionieren.
Das heißt also, man kann das konstant vorhandene (Tages-)Licht durch die kurze Belichtungszeit recht weit runter regeln und dann mit einer Blende von z.B. f2 eine sehr knappe Schärfentiefe steuern.
Am besten sieht man das an einem Beispiel:
 1/5000s, f2, ISO100, 85mm

1/5000s, f2, ISO100, 85mm

Das leichte Haarlicht kommt von der direkten Sonne von oben/hinten, das Führungslicht im Gesicht kam aus einem Jinbei Freelander durch eine Jinbei K-90 Oktabox. Mit dem Jinbei Freelander funktioniert das übrigens über alle Leistungsstufen! Bei den meisten teureren Portys klappt das nur bei voller Leistung, da deren abzugebende Lichtmenge oft über die Leuchtdauer gesteuert wird – das scheint bei Jinbei anders zu sein…

YN622N im Vergleich mit Pixel Kings

Bisher hatte ich für diese Technik die Auslöser King von Pixel im Einsatz. Die bieten im Großen und Ganzen den selben Funktionsumfang wie die neuen YN622N (iTTL, HSS, Supersync), und haben auch immer zuverlässig gearbeitet. Der Supersync funktioniert mit den neuen Yongnuos natürlich genauso wie bei den Pixel Kings. Allerdings haben die Yonguos einige Vorteile im Vergleich zum Konkurrenten von Pixel:

Die beiden Einheiten des Yongnuo Sets sind baugleich (Transceiver). D.h. es ist egal, welchen man auf die Kamera steckt, und welchen auf die Blitzseite. Beim Pixel King gibt es einen Sender und einen Empfänger. Das ist ein klares Argument für den YN622N: Wenn man mehrere Sets im Einsatz hat, und z.B. der Sender ausfällt, kann man immernoch mit einem Empfänger/Blitz weiter arbeiten, und den verbleibenden Transceiver als Sender nutzen.
Ein weiterer Vorteil der Yongnuos ist der Metall-Fuß. Der Fuß des King-Empfängers ist aus Kunststoff und bei mir sehr schnell auf einer Seite abgebrochen. Es ist zwar ein 1/4″ Gewinde im Fuß verbaut, aber das ist nicht für alle Montage-Zwecke geeignet.
Und noch eins ist mir aufgefallen: Die Pixel Kings arbeiten ausschießlich auf Nikon Kameras. Auf meiner Fuji X-E1 lösen sie keinen Blitz aus. Scheinbar koppeln Sender und Empfänger nur, wenn sich unter dem Sender eine (eingeschaltete) Nikon befindet. Die YN622N lösen aber auch auf meiner Fuji aus – zwar wird hier kein TTL Modus und keine Supersync-Möglichkeit unterstützt, aber in den normalen Synchronasitions-Grenzen klappt alles.
Es tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass die Kamera im Supersync-Modus nur zeitverzögert auslösen würde – das konnte ich bisher nicht nachvollziehen, bin neulich aber zufällig über das Problem gestolpert:
Ich hatte meine D800 noch von Tanz-/Partybildern auf Synchronisation auf den 2. Verschlußvorhang (Rear) gestellt. Beim Zurückstellen hab ich dann nicht genau hingeschaut und die Blitz-Einstellung auf „rote Augen Vorblitz“ (kleines Auge neben dem Blitzsymbol) gestellt. In dem Modus schickt die Kamera eine Serie Vorblitze, die aber nur am Blitzschuh des Empfängers ausgegeben werden. Der Porty an der PC-Buchse des Empfängers löst dann erst ca. nach einer Sekunde aus. Also drauf achten, dass die Blitzsynchronisation der Kamera auf den Standard-Modus eingestellt ist.

Fazit

Die YN622N-Auslöser werden wohl meine Pixel Kings ersetzen. Vor allem die Sache mit dem gebrochenen Fuß hat mich bei den Kings schon länger genervt. Die Yongnuos machen einen soliden Eindruck; die Klavierlack-Optik der Oberfläche wird zwar nicht lange halten, aber darauf kommt es mir nicht an 🙂

Eines ist mir noch aufgefallen: Der Supersync lässt sich auch ohne großen Porty-Blitz erreichen! Das klappt auch mit einem kleinen Yongnuo YN560 (ich habe die Version III). Mehr dazu aber erst demnächst in meinem Blog unter www.synczeit.de, wenn ich das Ganze ausgiebig getestet habe…
Hier noch einige Fotos vom Shooting mit Manuela – an einem der heißesten Tage des Jahres:
1/5000s, f2, ISO100, 85mm
nulleinsfoto_de-LY8_3074
1/3200s, f2, ISO100, 85mm
nulleinsfoto_de-LY8_3130
1/4000s, f2, ISO100, 85mm
nulleinsfoto_de-LY8_3158
Vergleich mit / ohne Licht aus dem Jinbei Porty: Rechtes Bild 1/4000s, f2, ISO100, 85mm
nulleinsfoto_de-LY8_3159f
Die Tasche ist am Tragegurt des Freelander befestigt, darin steck der Empfänger
nulleinsfoto_de-LY8_3167
Hier noch ein Bild mit dem Systemblitz YN560-III (Blitz bei voller Leistung). 1/4000s, f2, ISO100, 85mm
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Und so sah der der Aufbau dazu aus. 1/4000s, f2, ISO100, 85mm
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